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Samstag, 20. Juni 2015

Feuer, Feuer, Feuer und ein Tropfen Regen

An den Händen Ton. Auf den Lippen Lieder und Wein. Die Elemente tanzend umarmt. In allen das Feuer - im heißen Wüstenwind, in den lodernden Flammen, im siedenden Quellwasser und in der glühenden Lava. Nichts kann dieser Hitze widerstehen. Festgebrannt oder zu Asche zerfallen. Es gibt kein Dazwischen. Übrig bleibt nur die reine und friedvolle Glut, an der wir unser Brot gebacken und geteilt haben... und ein klein wenig sanfter, ausgleichender Regen.


Sonntag, 21. September 2014

Hexisches Zen

Achtsamkeit. Acht-sam-keit. Achtfache Lang-samkeit und Acht-ung vor jeder Tat, vor jedem Wort. In der Stille sich der eigenen Absichten bewusst werden.  

Loslassen, wenn das klare kalte Wasser über die Hände nach unten rinnt, alle Sorgen, alle Ängste fortspült und der heilige Rauch zu den Göttern aufsteigt, als Opfer, als Signal. Wir sind da. 
Aufwachen beim Klang der Glocke, lauschen, spüren, ihre kreisförmigen Schwingungen, die uns einhüllen, sanft, aber bestimmt.
Verbinden, mit den Kräften eines jeden Elements, die Energie fließen lassen, von Wind, Feuer, Wasser und Erde, durch den Kopf, das Herz und die Hände, sich ergießen, in den Kelch, wo sich alles vereinigt. Achtsam ihre Namen rufen, achtsam ihre Namen flüstern, achtsam sich in Stille hingeben.
Annehmen, den Segen der reinen und klaren Kraft aller, wie sie auf der Zunge perlt und sich mit schwerer Süße über den Gaumen legt. Erfüllt sein.

Samstag, 28. Juni 2014

Erde die uns trägt, Luft die wir atmen, Feuer das uns wärmt, Wasser das in uns fließt

"Dies ist die Zeit des Mittsommers, wenn die Sonne am höchsten steht und das Land in Hülle und Fülle gedeiht. Doch es ist auch die Zeit der Wende zur dunklen Hälfte des Jahres. Eine Zeit, um Wohlstand und Fruchtbarkeit zu ehren, aber auch, um zu erinnern, dass alle Geschenke stets ihren Preis haben."

Der Morgen war mild und trocken, die Felder dufteten und der Megalith, zu dem wir gewallt* waren, fasste sich warm an, wie ein lebendiges Wesen. Auf unserer Reise folgten wir den vier Elementen, die uns am Leben erhalten und ehrten zugleich die Ahnen, die diesen Ort vor uns erwählt hatten, ehrten die Götter in ihren luftigen Höhen und geheimnisvollen Tiefen, sowie die Naturgeister, in Feld, See und Wolken, ehrten den uralten Tanz von Sonne und Erde. Sangen für jeden ein Lied, brachten für jeden ein Geschenk. Wir opferten in Dankbarkeit und erbaten fortwährenden Segen. Geben und Nehmen. Höhepunkt und Abstieg. Keins ohne das andere.
Der Staub des Feldes legte sich unterwegs auf den Rand unseres Kelches. Der Wind nahm unsere Blütenopfer und trug sie fort, nicht ohne zwei Halme in ihm zurückzulassen. Der Regen bedeckte uns nach unserem Lichterbootopfer und einige Tropfen fielen auch in den Wein. So schnell wie der Regen gekommen war, ließ er nach, die Wiesen trockneten und wir konnten singend um das Lithafeuer sitzen, dessen Funken über unseren Ritualwein geheimnisvoll glühten. Ein vollmundiger Segen nach einem segensreichen Tag und zwei frisch geweihte Statuen zu Ehren von Krodo, der uns in diesem Jahr so unglaublich wohlgesonnen war.

*mhd. mnd. mnl. wallen (germ. *waþlōn) = umherschweifen, umherziehen, ausströmen; später (16. Jhd.) wallfahren = feierlich schreiten (vgl. pilgern = lat. peregrīnus = fremd sein, Fremdling)