Auf den Feldern liegt morgens noch immer Raureif. Kein Kräutlein auf den Wiesen weit und breit. Die Brennesselschößlinge so winzig, dass wir erst nach langer, langer Suche genug für die Brennesselsuppe zum Ostara-Brunch gesammelt hatten. Die Finger brannten und Jörd hatte uns somit einmal mehr in Erinneung gerufen, in welchen Segenszeiten wir doch leben, mit unseren prallgefüllten Läden zu jeder Jahreszeit.
Gestärkt wanderten wir durch Gebüsch und Unterholz, auf der Suche nach Iduna mit ihren goldenen Äpfeln, der personifizierten Lebenskraft. In eine Nuss verwandelt konnte sie dem Eisriesen Thjazi entrissen werden, der anschließend den Flammen zum Opfer fällt, damit endlich, endlich wieder Frühling wird. Und wirklich: Die Sonne schaut um die Ecke und lauscht unseren Geschichten und Liedern zu Ehren von Bragi, Idunas Geliebten. Im goldenen Licht schaukeln unsere Opfereier am Baum fröhlich hin und her. Zu seinen Füßen ruhen die Nüsse als Samen für unsere Projekte unter einer dicken Schicht Erde und Gullinborstistaub - als Erinnerung an unseren Schwur, vollen Einsatz zu zeigen, und als Unterstützung. Möge alles sprießen und gedeihen.
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Donnerstag, 24. März 2016
Samstag, 21. März 2015
PanGelage
Lauschet meiner Geschichte, die zu dieser Kostbarkeit sich
fügte. Als die Welt noch rau und ungeordnet war, da trafen sich die Erdenmutter
Rea und Kronos, der Vater der Zeit. Manche erzählen auch, es waren einst der
Erdenkörper Gaia und ihr Geliebter Aither, welcher ist der Himmel und die Seele
der Welt. In jedem Falle, da ist man sich einig, Urgewalten waren es, die
zeugten unseren geliebten Pan. Denn Rea gebar Kronos viele Kinder, doch dieser
verschlang sie mit Haut und Haar. So ging es Jahr um Jahr, bis Rea den Zeus
gebar. Nach Kreta floh sie und verbarg ihn im Berge Ida, wo jämmerlich er
weinte und einsam war. So fand ihn die Nymphe Amalthea, wiegte und liebte ihn
im ersten Augenblicke. Die nun erleichterte Mutter Rea gab ihr Kraft eines
Zaubers die Gestalt einer strahlend weißen Ziege, die den Zeus nährte mit
heiliger Milch, sowie aus ihren Hörnern mit Nektar und Ambrosia. Doch an manchem
Tage, da weinte auch der satte und viel geliebte Zeus und damit sein Vater ihn
nicht höre, schickte Rea kleine Geister zum Berge. Die machten Krach und
schlugen mit Löffeln auf Töpfe und Pfannen. Aber der weise Kronos argwöhnte
dennoch, ihm könne die Quelle des Krachs zu Schaden gereichen. Riesig wie er
war, beugte er sich nieder und schaute mit seinem gewaltigen Auge in die Höhle.
So erblickte er die seltsam schöne Amalthea, die war halb Nymphe halb Ziege,
und er entbrannte in wilder Lust zu ihr. So wild, das sie beim glühend heißen Liebesakt
eins ihrer Hörner verlor – welches heute jeder wohl kennt als das magische
Füllhorn. Doch wichtiger noch: Bald gebar Amalthea einen ihr gleichsam seltsam
schönen Sohn: halb Mensch, halb Bock. Den wilden und lustvollen Pan, Gott der
Hirten und der ungebändigten Natur. Nur in tiefster Nacht, sieht man ihn ruhen
und mit sehnsüchtigem Blicke, ganz verliebt schaut er zum Firmament: wo seine
mondweiß schimmernde und zarte Geliebte zieht sachte ihre Bahn. Noch im Schlummer
flüstert er ihren Namen in die Nacht: Selene. Selene. Selene. Die schönsten
Lieder dichtet er ihr und webt sich ein Vlies von der schneeweißesten Wolle all
seiner Herden. Das vollendete Vlies leuchtet ihr, verlockend aus den schattigen
Wäldern und Selenes Blick ist gebannt. Sie eilt hinab auf die Erde, verführt
vom dem Schimmern und berauschendem Flötenklang. Beim Liebespiel verteilte sich
ihr Mondstaub, flirrend und funkelnd, in den Zweigen des Dickichts, dessen Sträucher
von da an Zaubernüsse trugen. Doch zerrissen ward auch das Vlies und ein
zweites Mal ließ sich Selene nicht mehr täuschen. So jagt Pan liebestoll, die
eine wie die andere Schönheit durch den Wald. Aber nie vergisst er seine ach so
ferne Geliebte: scheint ihm doch zur Erinnerung seine Tochter panséli̱nos stets wiederkehrend als
voller Mond. So kostet nun vom zarten Schaume, der uns fließt aus
den Brüsten der Amalthea, die den schönen Pan gebar, und welcher ist gekrönet
von Selenes Zaubernuss und süß von Amaltheas Nektar. - (c)Nuit 2015
Zu Ehren des Pan und der erwachenden Kraft des Frühlings in den Wäldern schwelgten wir in einem Sabbatfestmahl mit poetischer Note - fröhlich, ausschweifend und bunt mit jungen Kräutern frisch von der Wiese und viiielen Eiern.
Zu Ehren des Pan und der erwachenden Kraft des Frühlings in den Wäldern schwelgten wir in einem Sabbatfestmahl mit poetischer Note - fröhlich, ausschweifend und bunt mit jungen Kräutern frisch von der Wiese und viiielen Eiern.
Montag, 2. Februar 2015
Die Zauberruten der Brighid

Mit der geschmückten Frühlingsrute „barrag Bride“ und Opfergaben für die Wesen im Wald liefen wir über Schnee und Pfützen zu einem Holunderbusch, der schon seit einigen Jahren die Zauberruten für Brighid/Cailleach beherbergte. Wir riefen Brighid zu uns, die nun wieder über das Land zieht und Wärme - den Atem des Lebens – bringt. Cailleach selbst, der dunkle, zerstörerische, tosende Winteraspekt der Brighid, beendet ihre Herrschaft, die zu Samhain begann. Damals legten wir die Winterrute „slachdan“ im Wald nieder. Zu Imbolc erweckt Cailleach selbst die Erdschlange, die für neues Wachstum und das Neuerblühen der Erdkräfte steht, und verwandelt sich in einen Stein. Wir tauschten die Ruten aus. Die Tage werden heller und der Frühling lässt hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten ….
Samstag, 28. Juni 2014
Erde die uns trägt, Luft die wir atmen, Feuer das uns wärmt, Wasser das in uns fließt
"Dies
ist die Zeit des Mittsommers, wenn die Sonne am höchsten steht und das Land in
Hülle und Fülle gedeiht. Doch es ist auch die Zeit der Wende zur dunklen Hälfte
des Jahres. Eine Zeit, um Wohlstand und Fruchtbarkeit zu ehren, aber auch, um zu erinnern, dass alle Geschenke stets ihren Preis
haben."
Der Morgen war mild und trocken, die Felder dufteten und der Megalith, zu dem wir gewallt* waren, fasste sich warm an, wie ein lebendiges Wesen. Auf unserer Reise folgten wir den vier Elementen, die uns am Leben erhalten und ehrten zugleich die Ahnen, die diesen Ort vor uns erwählt hatten, ehrten die Götter in ihren luftigen Höhen und geheimnisvollen Tiefen, sowie die Naturgeister, in Feld, See und Wolken, ehrten den uralten Tanz von Sonne und Erde. Sangen für jeden ein Lied, brachten für jeden ein Geschenk. Wir opferten in Dankbarkeit und erbaten fortwährenden Segen. Geben und Nehmen. Höhepunkt und Abstieg. Keins ohne das andere.
Der Staub des Feldes legte sich unterwegs auf den Rand unseres Kelches. Der Wind nahm unsere Blütenopfer und trug sie fort, nicht ohne zwei Halme in ihm zurückzulassen. Der Regen bedeckte uns nach unserem Lichterbootopfer und einige Tropfen fielen auch in den Wein. So schnell wie der Regen gekommen war, ließ er nach, die Wiesen trockneten und wir konnten singend um das Lithafeuer sitzen, dessen Funken über unseren Ritualwein geheimnisvoll glühten. Ein vollmundiger Segen nach einem segensreichen Tag und zwei frisch geweihte Statuen zu Ehren von Krodo, der uns in diesem Jahr so unglaublich wohlgesonnen war.
*mhd. mnd. mnl. wallen (germ. *waþlōn) = umherschweifen, umherziehen, ausströmen; später (16. Jhd.) wallfahren = feierlich schreiten (vgl. pilgern = lat. peregrīnus = fremd sein, Fremdling)
Der Morgen war mild und trocken, die Felder dufteten und der Megalith, zu dem wir gewallt* waren, fasste sich warm an, wie ein lebendiges Wesen. Auf unserer Reise folgten wir den vier Elementen, die uns am Leben erhalten und ehrten zugleich die Ahnen, die diesen Ort vor uns erwählt hatten, ehrten die Götter in ihren luftigen Höhen und geheimnisvollen Tiefen, sowie die Naturgeister, in Feld, See und Wolken, ehrten den uralten Tanz von Sonne und Erde. Sangen für jeden ein Lied, brachten für jeden ein Geschenk. Wir opferten in Dankbarkeit und erbaten fortwährenden Segen. Geben und Nehmen. Höhepunkt und Abstieg. Keins ohne das andere.
Der Staub des Feldes legte sich unterwegs auf den Rand unseres Kelches. Der Wind nahm unsere Blütenopfer und trug sie fort, nicht ohne zwei Halme in ihm zurückzulassen. Der Regen bedeckte uns nach unserem Lichterbootopfer und einige Tropfen fielen auch in den Wein. So schnell wie der Regen gekommen war, ließ er nach, die Wiesen trockneten und wir konnten singend um das Lithafeuer sitzen, dessen Funken über unseren Ritualwein geheimnisvoll glühten. Ein vollmundiger Segen nach einem segensreichen Tag und zwei frisch geweihte Statuen zu Ehren von Krodo, der uns in diesem Jahr so unglaublich wohlgesonnen war.
*mhd. mnd. mnl. wallen (germ. *waþlōn) = umherschweifen, umherziehen, ausströmen; später (16. Jhd.) wallfahren = feierlich schreiten (vgl. pilgern = lat. peregrīnus = fremd sein, Fremdling)
Montag, 21. März 2011
Zuversicht
Vom Osten kommend. Die Morgenröte. Das erwachende Licht. Strahlend.
Angesichts der momentanen Ereignisse erinnern diese Assoziationen an alles andere als das lang ersehnte Aufleben der fröhlichen Frühlingsgöttin. Und doch, glaube ich, dass wir genau jene brauchen, um den Schatten der letzten Wochen heilsam zu überwinden; nicht ihn verdrängen, aber ihn nutzen, ihn ins Gegenteil verwandeln.
Wie die Göttin, die nach dunkler Zeit wieder die Blüten der Freude und Zuversicht im Herzen der Menschen zum Blühen bringt, so gewinnt von nun an die Sonne eindeutig an Kraft und die Nächte weichen zurück. Die dunkle Zeit ist überwunden und wir Menschen weihen dieser beständigen Kraft in Dankbarkeit ein Fest, locken mit bunten Bändern, Eiern und Frühlingsblumen die fruchtbaren Kräfte zurück, so wie die Göttin den Gott aus der Höhle lockt und hinaus in die Wälder ruft. Und er, tanzend und neckend, vertreibt auch die letzte Wintermüdigkeit aus ihren Gliedern. Ruft den warmen Wind aus dem Süden und mit ihm die Vögel zurück in die heimischen Gefilde.
Denn war die dunkle Zeit auch noch so hart, sie soll und kann nicht ewig bleiben. Und so soll und kann auch unsere Unachtsamkeit gegenüber der Mutter Erde nicht ewig bleiben. Ihr Stöhnen und Beben weckt uns, weniger zärtlich, doch sehnsüchtig rufend. Denn eine sehnsüchtig Liebende bleibt sie, trotz all der menschlichen Zurückweisung. Und wir wollen ihr endlich antworten, ihr folgen und ihr unsere Liebe zu Füßen legen, in Achtsamkeit, wie ein rohes Ei. Mit sachten Pinselstrichen widmen wir ihr ein Stück unserer Lebenszeit, geben ein Stück zurück, von dem was sie gibt - und wie sie uns leider immer wieder erinnern muss - auch wieder nimmt.
Daher lasst uns dieses Fest mit dem größten Dank und im Zeichen unserer fürsorglichen Liebe begehen, in stillem Tanz, ob der Opfer, doch tanzend in jedem Fall. Wir sind ihre Kinder, die ihr als Friedensangebot eine Freude bereiten.
Nuit Ostara 2011
Dienstag, 2. Februar 2010
Geburt des Lichts
Transzendenz der dunklen Mutter Erde zur Herrin des Lichts
Es nähert sich jener Teil des Jahreskreises, an dem das Licht wieder stärker wird, an dem die Erde zu einem langsamen, klopfenden Rythmus erwacht und sich nach dem Sonnenlicht zu sehnen beginnt.
Nach langem Schlaf ist sie nun wieder die junge, freie und wilde Göttin, Feuerfrau, Schwester des Lichts und wilde Jägerin.
Unter ihren Füßen und mit der Kraft seiner Sonne tauen erneut der Schnee und das Eis. Unter ihren Händen wächst das neue Grün der Welt heran.
Imbolc ist das Fest der Geburt des Lichts,
Imbolc ist der Name eines alten schottisch-irischen Frühlingsfestes.
Als Mondfest wird es wird am 2.Vollmond nach Mittwinter (Yule) gefeiert oder gebräuchlicher um den 2. Februar.
Der Vollmond galt den alten Kelten als heilig.
Imbolc wird auch als Latha na Brigid bezeichnet und ist Brigid geweiht, der Frühlingsgöttin zu Ehren.
Unter Anderem werden Feuer und Lichter entzündet und
Strohsterne (Brigids Crosses), die als Talisman im letzten Jahr ihren Segen brachten, dem Feuer geopfert und neue Strohsterne gewebt, die im Vollmondlicht der Imbolc-Nacht, wenn die Göttin vorübergeht, ihren Segen bekommen.
Als Weihe werden Holzstatuen rituell in ein Brautbett gelegt, um Fruchtbarkeit zu bringen.
Ein anderer Name des Festes ist Oimealg, was sich wohl von gälisch oimelg ableitet, Milch des Mutterschafs.
Brigid, der Amme gelten die Schafe als heilige Tiere und zu ihrem Fest gebären die Schafsmütter ihre Lämmer, daher ist ihr auch Milch besonders heilig und als Opergabe beliebt.
Weiß wie Schnee, Lammwolle und Milch und rot wie Feuer und Blut sind die Farben der Herrin des Imbolc-Sabbates.
Und noch ein drittes Opfer ist ihr lieb, der Honig, der die
Sonne und den Bereich zwischen Leben und Tod und die Süße der Früchte des vergangen Jahres symbolisiert.
Imbolc bedeutet uns im Bauch, für uns ist es ein Geburtsfest, ein ans Licht kommen.
Und lass das Licht in unserem Blut kristallisieren, das uns mit Wiedererwachen erfüllt
War Imbolc für unsere Vorfahren das Ende der Not des Winters, geht es für uns darum, auch heute noch die dumpfe Kälte und die Dunkelheit zu vertreiben.
Das bezieht sich einerseits symbolisch auf die Welt um uns herum und andererseits auch auf unser inneres Erleben. Wir wollen die lichte, fruchtbare Zeit einladen und begrüßen, die dunkle Zeit mit Feuer und Licht und Tamtam vertreiben.
Wir kehren uns und unsere Aufmerksamkeit wieder mehr von innen nach außen, genau so wie die Natur allmählich soweit ist, wieder nach außen zu gehen. Daher geht es uns auch um die dafür notwendige reinigende Transformation. Imbolc darf auch gerne mal wild, laut und ekstatisch sein, im Gegensatz zur
Wintersonnenwende, die für uns eher das stille familiäre Winterfest ist.
Falk, Imbolc 2010
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