An den Händen Ton. Auf den Lippen Lieder und Wein. Die Elemente tanzend umarmt. In allen das Feuer - im heißen Wüstenwind, in den lodernden Flammen, im siedenden Quellwasser und in der glühenden Lava. Nichts kann dieser Hitze widerstehen. Festgebrannt oder zu Asche zerfallen. Es gibt kein Dazwischen. Übrig bleibt nur die reine und friedvolle Glut, an der wir unser Brot gebacken und geteilt haben... und ein klein wenig sanfter, ausgleichender Regen.
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Samstag, 20. Juni 2015
Sonntag, 3. Mai 2015
Wickerman und die Blaue Blume im Spessart
Sonntag, 21. Dezember 2014
Heck(s)enzauber und Neunerlei
Der Wind brauste über die Felder, auf denen die Schafe sich zusammenkuschelten. In den Hecken zwischen den Feldern legten wir unsere Opfergaben nieder, Nüsse, Äpfel, Vogelfutter, so wie auch der nordische Gott Oski als Freudenspender den Menschen in dieser dunklen Zeit Geschenke macht. Außerdem ist er der Wunscherfüller und so haben wir, dort in den Hecken zwischen den Welten, Wunschkerzen mit der Wunschrune Wunjo geweiht. Tief in der Nacht wurden sie dann am traditonellen Julblock entzündet und belebt (Brandblasen inklusive), während wir Lieder sangen und das klassisch erzgebirgische Neunerlei verspeisten: u.a. Klöße für großes Geld, Linsen für kleines Geld, Buttermilch für Gesundheit, Kirschkompott für die Süße im Leben... und am darauffolgenden Morgen wurde die Asche eingesammelt, denn man sagt ihr große magische Kraft nach und wer weiß, wann wir die bis zum nächsten Julfeuer gebrauchen können...
Freitag, 1. August 2014
Heil dir Lugh!
Lugh, der Strahlende, Feurige, wurde geehrt mit einem großen Fest. Flammende Tänzer, inbrünstige Chöre und die Ga(r)ben der Felder brachten wir als Opfer dar, um die Gemeinschaft zu stärken und die Inspiration aus den letzten gemeinsamen Tagen weiter zu beflügeln. Aphrodite küsste unsere Stirn, die Geister gaben weisen Rat, Hooponopono heilte unser Herz, Namen wurzelten in Bildern und innere Bilder wuchsen zu Masken. Mit dem Segen der Ahnen, Götter und Naturgeister schreiten wir kraftvoll dem nahenden Herbst entgegen.
Merry Meet!
Merry Meet!
Sonntag, 13. Mai 2012
Eine Nacht im Mai
Da ist keine Schuld,
da ist nur feuriges Verlangen!
Ein tiefer Hunger, ich begehre dich mit gezügelter Ungeduld,
atme ein deinen Hauch, die Hitze deiner Flammen!
Vom dunklen Grün umhüllt, die Knospe platzt, das Saatkorn schwillt,
dort ist ein Bett ins Gras gemacht,
auf dem sich Liebende schwitzend, umschlungen winden,
ein zarter Kuss, aus dem Mund ein Stöhnen quillt,
lange musst ich warten, habe Stund´ um Stund´ an dich gedacht,
sag, Liebster, was willst du mir beweisen?
Jetzt will ich dich neckend in den Nacken beißen,
zärtlich dir die Haut mit Lust überziehen.
Mich in deine Hitze drängen, mich in dir verlieren,
bis jene sanfte Qual ein Ende findet.
Ein letztes Aufbäumen, ein Wonneschrei,
die Erfüllung süßer Geheimnisse verkündet ...
Freitag, 30. September 2011
Opfer und Segen
Immer im Kreis geht das Rad - das des Lebens, das des Wachsens, das des Schaffens. Männlich und weiblich ergänzen sich, ermöglichen in ihrer Vereinigung das scheinbar Unmögliche: das Dazwischen und im Dazwischen das Magische, das Wandelnde. Unser Korn braucht den Wind und die Bienen für die Saat, es braucht das Feuer der Sonne für das Wachstum ebenso, wie das Wasser des Regens und die Nährstoffe der Erde und die Sicherheit und den Halt, die sie den Wurzeln bietet.
Reif ist das Getreide,
und die Sonne glüht,
morgens in der Frühe
ziehn wir aus zum Schnitt...
Und wie der Wind scharf wie unser Verstand bläst, so schneidet die Sichel durchs Korn und wirbelt auf, die Spelzen beim Dreschen und den Staub beim Mahlen. Und wie das Feuer in uns wilde und wollüstige Glut entfacht, so bäckt die Glut in den Öfen den Teig. Und wie das Wasser der Ursprung allen Lebens ist, so bringt der Trunk zum Brot willkommene Erfrischung. Und wie die Erde sich im Winter opfert und dem Tod hingibt, um neue Kraft zu sammeln, opfern wie einen Teil unserer Arbeit als Auslgeich für den Segen.
Dabei geht es nicht nur um das wilde opfern von Gütern. Denn in einem richtigen Opfer steckt viel mehr: das eigene Potenzial, welches ich erst einmal erkennen muss und wo so oft Steine im Weg liegen, die flüstern: das kann ich doch nicht, das geht doch nicht. Aber wenn ich es wage und die Angst hinter mir lasse, eröffnet sich eine Wunderwelt. Manchmal durch kreatives Schreiben, manchmal durch schlichtes Aussprechen des Wortes "loslassen" oder wegschwitzen der alten Haut. Und plötzlich erspüren wir den Geist eines Ortes und können ihm in Mantras eine Form geben, wir entfalten uns im Poitanz den Göttern durchaus zur Freude und zurück bekommen wir schamanische Kraftorte und setianische Selbstermächtigungsenergien.
Dienstag, 21. Dezember 2010
Rauhnächte
Die Zeit zwischen Samhain und Yul gehört zu der dunkelsten des Jahres.
Wir befinden uns auf dem engsten Weg hinab, in der Spirale des
Jahreskreises. Es geht ganz weit nach innen. Werden wir es auch dieses
Jahr schaffen, das Licht wieder in uns zu entzünden? Werden wir es
schaffen, die Natur mit unserem inneren Feuer wiederzubeleben,
wiederzuerstehen gleich den Göttern und uns frisch und jung dem Frühling
entgegen zu erheben?
Die Zeit zwischen Samhain und Yul ist düster, kalt und ungewiss. Sie lauert voller rauer Dämonen, die der Zeit den Namen Rauchnächte einbrachte. Man räuchert in dieser Zeit viel (was auch irgendwie mit Rauch und den Weihnächten zu tun hat).
Es ist eine Zeit des Schutzes, in der man alles, was bewahrt werden soll, umhegt. Schau ich auf meinen Garten, liegt alles brach. Alles ist von Schneemassen und Eis bedeckt und geschützt mit einer dicken Schicht Reisig. Meine Katze schläft nur noch und ist kaum bereit, ihre Pfoten vor die Tür zu setzen und auch ich selbst fühle mich seltsam nach innen gekehrt.
Alle Pflichten bereiten mir Mühe und Anstrengung. Am liebsten möchte ich mich den ganzen Tag in die Arme meines Liebsten kuscheln und seine warme, lebendige Haut spüren, um mich daran zu erinnern, dass es das Leben gibt. Wohl jeden, der wie die Götter in der Unterwelt in dieser dunklen Zeit die Arme seiner Liebsten an seiner Seite weiß.
Die Tage sind grau und zwielichtig und selbst meine vielen Zimmerpflanzen kehren in sich ein, ziehen sich zurück, lassen die Blätter welken, gleich ihren Verwandten vor der Haustür. Empfindsame Menschen leiden in dieser Zeit an einer so genannten Herbst/Winterdepression. Auch in der Literatur finden wir dieses als Jahreszeitenmotiv.
Dem entgegen zu wirken hieße auch wirklich, einen wichtigen Bestandteil des Lebens unserer Vorfahren, unserer Identität aufzugeben. Es ist normal, denn zu dieser kalten Zeit bleibt man viel im Bett, man zeugte Kinder, es war die Zeit des Sähens. Man stand - als es noch keine Elektrizität gab früher auf, um die Tiere zu versorgen, um Hausarbeiten im spärlichen kurzen Tageslicht zu verrichten (flicken von Kleidung, weben/spinnen, Essen kochen, putzen, etc.). Man ruht sich aus und schaut nach innen, verarbeitet, was einem in der Hochzeit der Natur geschehen ist.
Abends saß die Sippe unserer Vorfahren beisammen, erzählte sich von den Göttern, von den Menschen der Sippe, den Alten und allem, was zwischen ihnen lebt. Man erfand und schuf Mythen. In diesen Mythen konnte man reisen, träumen, sich bewegen. Dabei wurden durch die Geschichten über die Taten unserer Vorfahren diese wieder lebendig.
Das Yulfest ist ein Fest der Familie und vor allem auch ein Fest der Freude, des Schmauses, wo die kläglichen Reste geteilt und auch verteilt wurden, wo man tanzte und somit die Zeit, in der das neue Licht wiedergeboren wurde, freudig begrüßte. Alle Menschen innerhalb der Gemeinschaft mussten mithelfen, damit es ein neues Leben gab und die Sonne nicht endgültig starb.
An den Tagen mit besserem Wetter gingen die Männer jagen, doch die Zeit um die Rauhnächte, die Zeit nach Yul, galt als tabu. Zu dieser Zeit jagten die Götter und Geister des Landes selbst. Wer mit ihnen lief, war entweder besonders mutig oder verzweifelt, entweder er wurde von Wotans Meute zerfetzt oder bekam einen minderen Teil von der Beute ab. Heute berichten Sagen über diesen Nachtjäger. Manch mutiger Mann forderte die Meute der Geister und Wesen heraus, um spezielle Macht und gutes Geschick zu erlangen.
Um diese Zeit erträglicher zu machen und das Geschick im nächsten Jahr zu beeinflussen, entwickelten sich Riten und Bräuche. Vielerorts wurde Asche aus dem Yulfeuer über die Felder gestreut und ein Teil vom Yulbraten wurde geopfert. Heute finden wir den Brauch vor allem bei den nordischen Völkern in Dänemark, Schweden und Norwegen, aber auch in Frankreich. Der Yulbock (Kohlestück aus dem Yulfeuer) und der Buche de Noel (Biskuit-Schokoladenkuchen in Form eines Holzkohlestücks) symbolisieren die Kraft der Sonne, die die Felder wieder fruchtbar machen sollte.
Man muss sich nur die heimelige Wärme des Feuers im Ofen vorstellen, welche die Schatten, die Dunkelheit und den Tod fernhält, um die magische Kraft eines Yulfeuers zu begreifen. Man schmückte - wie heute auch - die eigenen Räume mit Lichtern und immergrünen Pflanzen. Man räucherte viel, z.B. mit Kiefernharz, Burgunderholz, Angelikawurzel, Wacholder. Man traf sich mit Freunden und besuchte Wintermärkte (Wintherthing), auf dem man alkoholische Getränke, Essen und andere Waren erstehen konnte. Dazu kam, dass es auf dem Thing neben dem Austausch von Informationen (damals gab es weder Zeitung noch Internet, die Leute hatten ein lebendiges Netz zu unterhalten) auch Gericht gehalten wurde und man gemeinsam das Yulfest feierte und den Göttern opferte.
War es ein schlechtes Jahr und das Land starb, war dies auch traditionell die Zeit, wo man den König selbst den Göttern darreichte. Man erschlug ihn und versprengte sein Blut über Vieh und Felder. Daran erinnern uns noch heute die Farben dieses Festes, Grün für die Fruchtbarkeit (Freyr), Rot für die Lebenskraft (Freya), Weiß für den Tod (Knochen, Geister, Ahnen) und Gold für Baldur, den Sohn Odins/Wotans, dem Gott der Sonne.
Diese Farben, das Feiern, die Gemeinschaft, die Bräuche sind für mich das Essentielle, was mich vor der Tristesse der Winterzeit und dem ewigen Schlaf bewahrt; die Lichter, die geschmückte Wohnung in den heiligen Farben Weiß, Rot und Grün, die Düfte von Winterapfel und den aus dem arabischen Raum kommenden Gewürzen Nelke, Zimt und Anis, der Duft von Honig, von Kuchen. Die Lieder, die so viele Bedeutungen haben!
Falk, Jul 2010
Die Zeit zwischen Samhain und Yul ist düster, kalt und ungewiss. Sie lauert voller rauer Dämonen, die der Zeit den Namen Rauchnächte einbrachte. Man räuchert in dieser Zeit viel (was auch irgendwie mit Rauch und den Weihnächten zu tun hat).
Es ist eine Zeit des Schutzes, in der man alles, was bewahrt werden soll, umhegt. Schau ich auf meinen Garten, liegt alles brach. Alles ist von Schneemassen und Eis bedeckt und geschützt mit einer dicken Schicht Reisig. Meine Katze schläft nur noch und ist kaum bereit, ihre Pfoten vor die Tür zu setzen und auch ich selbst fühle mich seltsam nach innen gekehrt.
Alle Pflichten bereiten mir Mühe und Anstrengung. Am liebsten möchte ich mich den ganzen Tag in die Arme meines Liebsten kuscheln und seine warme, lebendige Haut spüren, um mich daran zu erinnern, dass es das Leben gibt. Wohl jeden, der wie die Götter in der Unterwelt in dieser dunklen Zeit die Arme seiner Liebsten an seiner Seite weiß.
Die Tage sind grau und zwielichtig und selbst meine vielen Zimmerpflanzen kehren in sich ein, ziehen sich zurück, lassen die Blätter welken, gleich ihren Verwandten vor der Haustür. Empfindsame Menschen leiden in dieser Zeit an einer so genannten Herbst/Winterdepression. Auch in der Literatur finden wir dieses als Jahreszeitenmotiv.
Dem entgegen zu wirken hieße auch wirklich, einen wichtigen Bestandteil des Lebens unserer Vorfahren, unserer Identität aufzugeben. Es ist normal, denn zu dieser kalten Zeit bleibt man viel im Bett, man zeugte Kinder, es war die Zeit des Sähens. Man stand - als es noch keine Elektrizität gab früher auf, um die Tiere zu versorgen, um Hausarbeiten im spärlichen kurzen Tageslicht zu verrichten (flicken von Kleidung, weben/spinnen, Essen kochen, putzen, etc.). Man ruht sich aus und schaut nach innen, verarbeitet, was einem in der Hochzeit der Natur geschehen ist.
Abends saß die Sippe unserer Vorfahren beisammen, erzählte sich von den Göttern, von den Menschen der Sippe, den Alten und allem, was zwischen ihnen lebt. Man erfand und schuf Mythen. In diesen Mythen konnte man reisen, träumen, sich bewegen. Dabei wurden durch die Geschichten über die Taten unserer Vorfahren diese wieder lebendig.
Das Yulfest ist ein Fest der Familie und vor allem auch ein Fest der Freude, des Schmauses, wo die kläglichen Reste geteilt und auch verteilt wurden, wo man tanzte und somit die Zeit, in der das neue Licht wiedergeboren wurde, freudig begrüßte. Alle Menschen innerhalb der Gemeinschaft mussten mithelfen, damit es ein neues Leben gab und die Sonne nicht endgültig starb.
An den Tagen mit besserem Wetter gingen die Männer jagen, doch die Zeit um die Rauhnächte, die Zeit nach Yul, galt als tabu. Zu dieser Zeit jagten die Götter und Geister des Landes selbst. Wer mit ihnen lief, war entweder besonders mutig oder verzweifelt, entweder er wurde von Wotans Meute zerfetzt oder bekam einen minderen Teil von der Beute ab. Heute berichten Sagen über diesen Nachtjäger. Manch mutiger Mann forderte die Meute der Geister und Wesen heraus, um spezielle Macht und gutes Geschick zu erlangen.
Um diese Zeit erträglicher zu machen und das Geschick im nächsten Jahr zu beeinflussen, entwickelten sich Riten und Bräuche. Vielerorts wurde Asche aus dem Yulfeuer über die Felder gestreut und ein Teil vom Yulbraten wurde geopfert. Heute finden wir den Brauch vor allem bei den nordischen Völkern in Dänemark, Schweden und Norwegen, aber auch in Frankreich. Der Yulbock (Kohlestück aus dem Yulfeuer) und der Buche de Noel (Biskuit-Schokoladenkuchen in Form eines Holzkohlestücks) symbolisieren die Kraft der Sonne, die die Felder wieder fruchtbar machen sollte.
Man muss sich nur die heimelige Wärme des Feuers im Ofen vorstellen, welche die Schatten, die Dunkelheit und den Tod fernhält, um die magische Kraft eines Yulfeuers zu begreifen. Man schmückte - wie heute auch - die eigenen Räume mit Lichtern und immergrünen Pflanzen. Man räucherte viel, z.B. mit Kiefernharz, Burgunderholz, Angelikawurzel, Wacholder. Man traf sich mit Freunden und besuchte Wintermärkte (Wintherthing), auf dem man alkoholische Getränke, Essen und andere Waren erstehen konnte. Dazu kam, dass es auf dem Thing neben dem Austausch von Informationen (damals gab es weder Zeitung noch Internet, die Leute hatten ein lebendiges Netz zu unterhalten) auch Gericht gehalten wurde und man gemeinsam das Yulfest feierte und den Göttern opferte.
War es ein schlechtes Jahr und das Land starb, war dies auch traditionell die Zeit, wo man den König selbst den Göttern darreichte. Man erschlug ihn und versprengte sein Blut über Vieh und Felder. Daran erinnern uns noch heute die Farben dieses Festes, Grün für die Fruchtbarkeit (Freyr), Rot für die Lebenskraft (Freya), Weiß für den Tod (Knochen, Geister, Ahnen) und Gold für Baldur, den Sohn Odins/Wotans, dem Gott der Sonne.
Diese Farben, das Feiern, die Gemeinschaft, die Bräuche sind für mich das Essentielle, was mich vor der Tristesse der Winterzeit und dem ewigen Schlaf bewahrt; die Lichter, die geschmückte Wohnung in den heiligen Farben Weiß, Rot und Grün, die Düfte von Winterapfel und den aus dem arabischen Raum kommenden Gewürzen Nelke, Zimt und Anis, der Duft von Honig, von Kuchen. Die Lieder, die so viele Bedeutungen haben!
Falk, Jul 2010
Samstag, 1. Mai 2010
Liebe Sünde
Aphrodite, du bist wunderschön
Lass uns tanzen am schäumenden Meer
Wellen umwoben, von allen Schatten ungesehn
Ich folge dir an einem Traumtag
Ich suche nach dem Licht in deinem Haar
Während du mit Sternen spielst
Du bist wie ein verlor´nes Kind ganz zart
In meiner weichen Linde liegst
Sehne mich nach deinem Ozean
Wenn du durch Wellen schwebst
Die Freiheit allen Menschen droht
In deinen Wogen unter zu geh´n
Lustvoll bohrt sich dein Geruch, im Dämmerungslicht
Durch mein Herz
Herrin der Morgenröte
Ich blute einen See für dich
Und lass die Träume trinken
Mir ist, als sei der Weltraum klein von deinem Glanz
Dich zu Küssen, wie ein Geheimnis, ungeboren
Vereint
Im Zimmer deines Leibes
Merry Meet!
Es beginnt schon ein paar Nächte zuvor, wenn die Mondin zur vollen Blüte reift und die Kräfte sich des Nachts aus der Erde erheben, genährt von der Sonne, von Wasser und Erde. Die Nächte werden noch kürzer und für mich immer schlafloser, der Mond ruft mich, sie ruft mich und alles prickelt in mir vor Sehnsucht und Leidenschaft. Sie ist voll und rund, glatt und schön, makellos. Ich kann die Einsamkeit nicht ertragen und die Wände um mich nicht, möchte mich von kühl-warmer Nachtluft streifen lassen. Bald darauf ist es dann soweit ...
In dieser magischen Nacht treibt es mich hinaus, ich möchte nicht alleine sein, ich möchte um die Feuer tanzen, die überall entzündet sind, mit den Menschen singen und rufen, mich betrinken und berauschen und lieben, das Leben lieben und alle süßen Mysterien und Geheimnisse dieser Zeit teilen.
Nun beginnt, wie die Dichter so schön sagen, die Maien-Linden Zeit. Traditionell trafen sich z. B. Pärchen im Wald, um die Grüne Waldehe miteinander zu feiern, zusammen den Sommerbeginn zu beschwören. Die Christen störte das natürlich, aber der Brauch blieb bis heute erhalten.
Kann denn Liebe Sünde sein?
Ich denke, es ist ein menschliches Bedürfnis, was genau zu dieser Jahreszeit erwacht: Jetzt mit dem Feuer spielen zu wollen, jetzt beieinander zu sein und nicht nur Gartenabfälle zu verbrennen. Wir müssen jetzt einander sehen und jetzt, wie alles in der Natur, Liebe machen. Genauso wie die Samenkörner, sind wir kleine Kraftwerke, angetrieben von Licht und Wärme, die Hormone brodeln lassen, die jetzt voll ihr Wachstum entfalten. Beziehungen, die wir jetzt führen, werden ernster, wichtiger, tiefer - genauso ist es gerade auch im Jahreskreis zwischen der Mondin und ihrem gehörnten Geliebten.
Ich bin mit Kraft durchströmt, ich bin viel kreativer und habe um mich herum einen Berg voll Arbeit, ähnlich wie es auch unseren Vorfahren erging, die nun die letzte Saat ausbrachten, die Felder düngten, Unkraut jäteten und das Vieh auf die Weiden trieb, damit es gedeihen und sich mehren konnte. Und wenn die Feuer entzündet wurden, war auch endlich einmal Zeit, andere Äcker fruchtbar zu machen.
Meine Aufgabe als Priester ist es, jetzt meine wilden Leidenschaften zu zähmen und zu kultivieren. So kann man den Geist mit dem Materiellen vereinen. Das können wir, indem wir das Materielle nach unseren Wünschen formen. Wer, außer unser Herz, sieht im unbehauenen Mamorblock das Kunstwerk? Wir können unsere Kraft nicht überall verschwenden, sondern müssen uns kultivieren.
So ist es auch in der Liebe: Aufgabe des Priesters ist es, den Groben und Ungeschickten zur Sanftmut zu verführen und den Feinfühligen zur Leidenschaft. Denn nur in der Lust und in der Ekstase sind wir von allen Masken befreit und können uns fallen lassen, sind wir alle wirklich gleich und können das Göttliche erkennen! Denkt dabei an die Bedürfnisse eures Partners, eures Liebhabers oder eurer Liebhaberin. Kultiviertheit ist der Weg zum Genuss!
Denn:
Schönheit ist Wahrheit
und Wahrheit Schönheit!
Beltaine wird das Fest zum ersten Mai genannt. Der Name des Monats leidet sich von der griechischen Göttin Maia ab, die schönste der sieben Schwestern der Plejaden. Beltaine oder Beltane ist vom schottischen Beaultuin abgeleitet und bedeutet Bel-Feuer. Bel ist der keltische Gott des Lichtes und der Sonne, seine Wurzeln können zum nordischen Sonnengott Baldur und auch zum mittelöstlichen Gott Baal zurück verfolgt werden. Feuer ihm zu Ehren wurden entzündet, um den Sommerbeginn zu beschwören. Das Vieh wurde zwischen zwei Feuern durch den Rauch getrieben, welcher mit Kräutern versetzt wurde, um das Ungeziefer aus ihren Fellen zu treiben.
Man sagt, dass zu dieser Zeit die Energien der Ley-Linien besonders stark sind und an vielen Orten wird gerade dort, wo sich diese Linien treffen, bewusst oder unbewusst, ein Feuer entzündet, damit der Himmel die Erde befruchten kann und wir alle vereint sind und das Leben weitergeht, wenn unser Zyklus endet!
Falk Beltaine 2010
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